Nicht nur das Wohnen, auch das Arbeiten in einer Genossenschaft ist etwas Besonderes
Seit wenigen Wochen ist Roman Poosch Mitglied des Vorstandes der Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG.
Wir fragten den langjährigen Leiter Technik nach seinen Zielen und Ambitionen.
Welches sind aus Ihrer Sicht in den nächsten Jahren die wichtigsten Aufgaben der Genossenschaft?
Unsere Genossenschaft steht vor wichtigen Herausforderungen. Ich sehe meine Aufgabe darin, gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen und unseren Mitgliedern Wege zu finden, die eine erfolgreiche, zukunftsfähige Entwicklung ermöglichen. Dabei spielen drei Themen eine zentrale Rolle: nachhaltiges Handeln für Klima- und Umweltschutz, digitale Transformation für eine effizientere und zugänglichere Verwaltung und eine moderne, mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur.
Ein zentrales Feld der kommenden Jahre wird die nachhaltige Entwicklung der PWG 1956 sein. Welche Zielmarken sehen Sie?
Die Ziele sind klar: Bis 2045 klimaneutral zu werden und dabei gleichzeitig die Verbrauchswerte und den CO₂-Ausstoß dauerhaft zu senken. Das ist nicht nur ein Beitrag für die Umwelt, sondern auch für die Lebensqualität unserer Mitglieder und die Zukunftsfähigkeit unserer Genossenschaft. Wir werden weiter in energetische Sanierungen, smarte Gebäudetechnologien und erneuerbare Energien investieren. Unser Ziel ist es, ökologische Verantwortung zu übernehmen, ohne dabei die sozialen und finanziellen Bedürfnisse unserer Mitglieder aus den Augen zu verlieren. Eine soziale Mietentwicklung und langfristig bezahlbare Wohnkosten für alle, auch unter Berücksichtigung der Kosten für Heizung und Warmwasser, sind für uns unverzichtbare Grundsätze – das wird sich auch in unseren Entscheidungen widerspiegeln.
Sie nannten die Digitalisierung eine der aktuellen Hauptaufgaben. Worum geht es Ihnen?
Für uns steht fest: Die Reise Richtung Digitalisierung ist unumgänglich und ein klares Muss. Die Vorteile digitaler Prozesse – von effizienteren Arbeitsabläufen über verbesserte Kommunikation bis hin zu Vereinfachungen für unsere Mitglieder – liegen auf der Hand und werden uns als Organisation stärken. Ein ebenso großer Nutzen, den wir durch digitale Technologien erreichen können, ist der weitere Ausbau von Überwachungs- und Steuerungstechniken bei Heizungsanlagen. Smarte Heizsysteme helfen uns, den Energieverbrauch zu senken, die Effizienz zu steigern und so Heizkosten zu sparen – ganz im Sinne einer nachhaltigen und kosteneffizienten Bewirtschaftung unserer Gebäude. Digitalisierung bedeutet Veränderung, aber auch Fortschritt, und wir sind entschlossen, diesen Weg klar und zielgerichtet zu gehen.
Haben Sie nicht Angst, dass ein Teil der Mitgliedschaft Ihnen da nicht mehr folgen kann oder auch will?
Die Möglichkeiten, die uns mit der Digitalisierung offenstehen, sind enorm, und wir wollen sie gezielt nutzen, um die Genossenschaft effizienter und moderner zu gestalten. Unser Credo lautet dabei: Effizienz und Zugänglichkeit für alle.
Uns ist dabei bewusst, dass einige unserer Genossenschaftsmitglieder – gerade ältere Bewohnerinnen und Bewohner – Sorge vor einer zunehmenden Digitalisierung haben. Wir verstehen, dass sich diese Veränderung manchmal wie eine Hürde anfühlt. Deshalb möchten wir diesen Wandel so gestalten, dass niemand ausgeschlossen wird. Es ist wichtig, umfassende Unterstützung anzubieten, leicht zugängliche Services zu schaffen und die digitalen Angebote so zu gestalten, dass sie für alle einen praktischen Nutzen bringen. Durch Informationen, Schulungen und persönliche Begleitung werden wir sicherstellen, dass jeder Schritt in Richtung Digitalisierung im Sinne der Mitglieder umgesetzt und niemand abgehängt wird.
Neben den großen Themen Klimaschutz und Digitalisierung wollen Sie sich auch für die genossenschaftliche Unternehmenskultur einsetzen. Was meinen Sie damit genau?
Ich möchte mich für eine moderne und mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur einsetzen, in der Gemeinschaft, Eigenverantwortung und Loyalität im Mittelpunkt stehen. Nicht nur das Wohnen, sondern auch das Arbeiten in einer Genossenschaft ist etwas Besonderes.
Wir wissen: Nur in einem Arbeitsumfeld, das Wertschätzung, Vertrauen und Verantwortung fördert, können Kreativität und Motivation gedeihen. Deshalb wollen wir die Eigenverantwortung weiter stärken. Jeder Einzelne soll ermutigt werden, eigenständig Verantwortung zu übernehmen, neue Ideen einzubringen und konstruktive Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig möchten wir eine Fehlerkultur entwickeln, die Lernen und Weiterentwicklung fördert. Fehler werden dabei nicht als Hindernis, sondern als wertvolle Gelegenheit zur Verbesserung gesehen. Fehler darf und kann man machen, daraus müssen wir lernen.
Gemeinsam mit meinen Kollegen im Vorstand setze ich mich dafür ein, diese Prinzipien in unserem Arbeitsalltag zu verankern, um ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das nicht nur individuell bereichernd ist, sondern auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl fördert. Eine moderne Unternehmenskultur in der Verwaltung der 1956 verbessert unseren Service für alle Mitglieder der Genossenschaft. Sie ist ein Mehrwert.
Wie wichtig ist Ihnen dabei die Zusammenarbeit der Gremien der Genossenschaft?
Ich bin überzeugt davon, dass wir durch eine enge und transparente Zusammenarbeit diese Ziele erreichen können. Unser Erfolg basiert auf unserer Gemeinschaft und unserem Engagement für die Genossenschaft und ihre Werte. Gemeinsam, und nur gemeinsam, werden wir die Genossenschaft in die Zukunft führen – mit Verantwortung für Umwelt und Klima, mit Offenheit für den digitalen Wandel und mit einem klaren Bekenntnis zu einem menschlichen und modernen Umgang miteinander.
Fotografen: Frenkelson Werbeagentur
Roman Poosch
kurz und knapp
- 1979 in Potsdam geboren
- verheiratet, eine Tochter, eine Katze
- handwerklichen Beruf erlernt bei der Märkischen Bauunion Potsdam
- Diplomabschluss Bauingenieurwesen
- danach viele Jahre Projekt- und Bauleitungserfahrung in Potsdam, Berlin und Umland
- seit Januar 2019 Mitarbeiter der 1956, zuletzt als Leiter Technik
- seit Mai 2020 Mitglied der Genossenschaft
- Hobbyfußballer beim ESV Lokomotive Potsdam