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Vertrauen in die nächste Generation

Ein älterer und ein jüngerer Mitarbeiter der PWG stehen vor dem Eingang des Servicebüros Waldstadt/Schlaatz und schauen lächelnd auf ein Tablet.
Vertrauen in die nächste Generation © Lutz Langer

Am Servicebüro Waldstadt/Schlaatz in der Bernhard-Kellermann-Straße 19 stehen Gerald Schmidt und Frederic Karger nebeneinander. Der eine blickt auf 37 Jahre bei der PWG zurück, der andere startete nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss am 12. Juni in seinen neuen Aufgabenbereich als technischer Verwalter.

 

Frederic Karger erzählt von seinem ersten Ausbildungstag, an den er sich gut erinnern könne. Auch davon, warum es ihn schon während der Ausbildung immer wieder in die Waldstadt zog. Und er spricht von den Aufgaben, die nun vor ihm liegen. Schmidt hört zu. Manchmal ergänzt er einen Satz. Manchmal erzählt er eine Geschichte aus früheren Jahren. Meist lächelt er. Es ist das Lächeln eines Menschen, der sieht, dass etwas in gute Hände übergeht. „Das sind große Fußstapfen“, sagt Karger irgendwann. Gerald Schmidt nickt. Viele kennen ihn ohnehin unter einem anderen Namen: Schmitti. Es ist die Art von Spitznamen, die sich niemand selbst gibt. Sie entstehen mit der Zeit. Und bleiben oft über Jahre, manchmal über Jahrzehnte. So lange, bis aus einem Mitarbeiter jemand wird, der fest zum Quartier gehört.

 

Schmitti und die Waldstadt

37 Jahre lang war Gerald Schmidt technischer Verwalter in der Waldstadt. Er kennt die Häuser, ihre Besonderheiten und ihre Geschichte. Vor allem aber kennt er die Menschen. Manche Mieter begleitet er seit Generationen. Er hat Familien einziehen sehen, Kinder aufwachsen sehen und später erlebt, wie diese selbst auf Wohnungssuche bei der PWG waren. „Wir sind zusammen alt geworden“, sagt er und lacht. Wer ihm zuhört, merkt schnell: Hier spricht niemand über einen gewöhnlichen Arbeitsplatz. Die Waldstadt ist für ihn weit mehr als ein Zuständigkeitsbereich auf einem Organigramm. Als Gerald Schmidt vor 37 Jahren zur damaligen AWG kam, war vieles im Wandel. Die Wende hatte die Rahmenbedingungen verändert. Aus der AWG wurde die PWG. Gesetze änderten sich, Abläufe mussten neu aufgebaut werden. Die Umstellung von Stadtgas auf Erdgas beschäftigte die Wohnungswirtschaft ebenso wie zahlreiche neue technische und rechtliche Anforderungen. „Zwölf Stunden Arbeit am Tag waren damals nichts Besonderes“, erinnert sich Schmidt. „Wenn man abends an der Geschäftsstelle vorbeifuhr, brannte oft noch Licht.“ Es war eine Zeit, in der vieles gleichzeitig angepackt werden musste. Und eine Zeit, die bis heute nachwirkt. Vielleicht erklärt das auch, warum viele Bewohner noch immer nach Schmitti fragen, wenn sie ein Anliegen haben. Selbst beim Einkaufen bleibt er selten unerkannt. „Man muss immer freundlich gucken“, sagt er. Die Geschichten, die er erzählt, handeln kaum von Gebäuden. Meist geht es darin um Menschen. Um Begegnungen, die geblieben sind. Um Mieter, die sich bedanken. Um Familien, die seit Jahrzehnten in der Waldstadt und im Schlaatz leben.

 

Immer wieder zurück

Genau das hat auch Frederic Karger beeindruckt. Während seiner Ausbildung lernte er verschiedene Bereiche der PWG kennen. Trotzdem zog es ihn immer wieder in die Waldstadt zurück. „Ich habe mich hier einfach wohlgefühlt“, erzählt er. Das Technische habe ihn schon früh interessiert. Gleichzeitig schätzt er die Nähe zu den Menschen. Die Mischung aus Büroarbeit, Wohnungsabnahmen, Reparaturen, Baustellen und der Entwicklung eines Quartiers. „Kein Tag ist wie der andere.“ Mal gehe es um einen tropfenden Wasserhahn oder eine klemmende Tür. Dann wieder um größere Sanierungen, neue Spielplätze oder Investitionen in den Bestand. Dass er einmal die Nachfolge von Gerald Schmidt antreten würde, hätte er vor drei Jahren nicht geglaubt. Gerald Schmidt allerdings schon. „Ich habe schon vor längerer Zeit gesagt, dass ich mir wünsche, dass Frederic mein Nachfolger wird“, erzählt er. „Er wollte immer in den technischen Bereich und vor allem hier in die Waldstadt.“

 

Große Fußstapfen

Frederic Karger spricht mit großem Respekt über seinen Vorgänger. Über dessen Erfahrung. Vor allem aber über dessen Umgang mit den Menschen. „Er kommt mit allen klar“, sagt er. „Von ihm habe ich viel gelernt.“ Technisches Wissen lässt sich weitergeben. Vieles andere lernt man erst mit der Zeit. Während Gerald Schmidt auf seine letzten Wochen bei der PWG blickt, beginnt für Frederic Karger gerade ein neuer Abschnitt. Und das in einer Zeit, in der die Wohnungswirtschaft erneut vor großen Veränderungen steht. Digitalisierung, neue Organisationsstrukturen und die Wärmewende werden die kommenden Jahre prägen. Als Gerald Schmidt vor 37 Jahren begann, musste vieles neu aufgebaut werden. Heute muss vieles neu gedacht werden.

Am 8. Juli 2026 hat die PWG Gerald Schmidt offiziell verabschiedet. Mit Kollegen, Weggefährten und Bewohnern. Natürlich in der Waldstadt. Dort, wo er den größten Teil seines Berufslebens verbracht hat. Es war schön! Danke Schmitti.

 

Martina Vogel, 09.07.2026