Verabschiedung von Matthias Pludra
Ein Lebenswerk für die PWG 1956
Am 15. Januar 2026 verabschiedete die Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG ihr langjähriges Vorstandsmitglied Matthias Pludra in den Ruhestand. Rund 170 Gäste, darunter Mitglieder, Partner, Weggefährten und Vertreter aus Politik und Wohnungswirtschaft, nahmen an der Veranstaltung teil. Die große Beteiligung zeigte eindrucksvoll, wie hoch die Wertschätzung für sein jahrzehntelanges Wirken ist. Fast 45 Jahre prägte er die Entwicklung der Genossenschaft und damit auch das Gesicht der Stadt Potsdam.
Ein Lebensweg, der zur Berufung wurde
In seiner Begrüßung gab der Aufsichtsratsvorsitzende Arne Huhn einen umfassenden Rückblick auf die besondere Bedeutung, die Matthias Pludra für die PWG 1956 hatte. Pludra begann seine berufliche Laufbahn im Jahr 1981 bei einem Vorgängerunternehmen der Genossenschaft und blieb der 56 fast 45 Jahre hinweg treu, davon 35 Jahre in leitender Funktion und zuletzt als Sprecher des Vorstands.
Huhn stellte heraus, wie außergewöhnlich dieser berufliche Weg sei: vom Handwerker und Hausmeister über technische Fachfunktionen bis hin zum Vorstandsmitglied. Diese Entwicklung zeuge von fachlicher Kompetenz, Kontinuität und tiefem Engagement für die Genossenschaft und ihre Mitglieder. Er erinnerte an herausfordernde Zeiten nach der Wende: hohe Leerstände, begrenzte finanzielle Mittel, soziale und strukturelle Herausforderungen. Heute jedoch zeige die Entwicklung der 56 ein völlig anderes Bild: Der Wohnungsbestand habe sich seit 1990 mehr als verdoppelt, ebenso die Mitgliederzahl. Auch die Gründung der Spareinrichtung bezeichnete Huhn als wegweisende Entscheidung.
Besonders betonte er Pludras Rolle bei bedeutenden Projekten: dem Französischen Quartier, den Aufstockungen im Schlaatz, der Potsdamer Mitte und vielen technischen und sozialen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte.
Ein Macher mit Haltung und Herz für die Stadt
Der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bauen, Bernd Rubelt, hob in seiner Rede die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Landeshauptstadt Potsdam und der PWG 1956 hervor. Er betonte, wie sehr Pludras Arbeitsweise von einem Blick über das rein Wohnungswirtschaftliche hinaus geprägt war. Ob in Drewitz, im Schlaatz, in Krampnitz, in der Potsdamer Mitte oder bei komplexen Sanierungsfragen– Pludra habe stets mit Mut, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein gehandelt. Besonders würdigte Rubelt Pludras Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten partnerschaftlich zu handeln: „Wenn es schwierig wurde, wurden die Ärmel hochgekrempelt.“ Er sprach Matthias Pludra seinen persönlichen und den offiziellen Dank der Stadt Potsdam aus.
Zwei Jahrzehnte lang brachte Matthias Pludra seine Expertise in die Technische Fachkommission des BBU, später auch in dessen Verbandsausschuss ein. Maren Kern, Vorständin des BBU, betonte Pludras Bedeutung für die Genossenschaftslandschaft in Brandenburg: „Das sind Ämter, die man nicht ‚nebenbei‘ ausfüllt – das sind Aufgaben, die Fachwissen und Haltung verlangen.“ Sein sachlicher Blick, seine Erfahrung und seine Haltung prägten die Diskussionen und halfen, technische und rechtliche Fragen der Wohnungswirtschaft zu bündeln. Als besondere Würdigung erhielt er im Rahmen der Veranstaltung die Silberne Ehrennadel des BBU.
Der vierte Redner, Carsten Hagenau, beleuchtete die Zusammenarbeit mit Matthias Pludra aus einer sehr persönlichen Perspektive, geprägt von 30 Jahren gemeinsamer Arbeit in der sozialen Wohnungswirtschaft. Besonders eindrucksvoll war sein Rückblick auf Pludras Haltung zur Genossenschaft: „Wir sind dafür da, dass es unseren Leuten gut geht.“ Diese Maxime habe Pludra konsequent gelebt – gegenüber den Mitgliedern, der Stadt, den Partnern sowie der gesamten Wohnungswirtschaft. Er betonte: „Werte brauchen Erfahrung, Treppensteigen und Authentizität.“ Und genau das habe Pludra in knapp 45 Jahren verkörpert.
Ein Abschied, der keiner ist
Alle Redner betonten die herausragende Lebensleistung Matthias Pludras sowie seine tiefe Verbundenheit mit der Genossenschaft und der Stadt Potsdam. Gleichzeitig wurde klar: Dies ist kein endgültiger Abschied. Besonders erfreut zeigte man sich darüber, dass Pludra der PWG 1956 als gewählter Vertreter erhalten bleibt und damit weiterhin seine Erfahrung und Haltung einbringen wird.
Matthias Pludra hat die 1956 über Jahrzehnte geprägt und entscheidend dazu beigetragen, dass die Genossenschaft heute auf einer starken Grundlage steht. Sein Wirken wird dauerhaft ein Teil der Geschichte der Genossenschaft bleiben.
Dafür danken wir ihm. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute, Gesundheit und Spaß bei den neuen Aufgaben.
Die vollständigen Reden stehen als PDF‑Dokumente zur Verfügung:
📄 Rede Arne Huhn
📄 Rede Bernd Rubelt
📄 Rede Maren Kern
📄 Rede Carsten Hagenau
Josephine Braun, 29.01.2026