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Mit offenem Ohr und helfenden Händen

Mann mit Brille und dunkler Jacke steht lächelnd auf einem gepflasterten Platz vor einem Café.
Andreas Hauchwitz © Lutz Langer

Andreas Hauchwitz engagiert sich seit mehr als zehn Jahren als Wählervertreter bei der PWG 1956. 

Seine Verbindung zur Genossenschaft begann pragmatisch: Anfang der 2000er zog er mit seiner Partnerin nach Potsdam, der Arbeit wegen. „Damals gab es noch recht hohen Leerstand in der Stadt. Uns ging es vor allem darum, eine Wohnung zu guten Konditionen zu bekommen“, erzählt Hauchwitz. Beide stammen aus kleinen Dörfern in der Nähe von Luckenwalde. Sie zogen in eine Wohnung der PWG in der Charlottenstraße.

Vom Nachbarn zum Wählervertreter

Mitglied bei der PWG wurde er erst Jahre später, aus praktischen Gründen, denn die Familie wollte einen Tiefgaragenplatz. Inzwischen hat sich vieles geändert: Das Auto ist verkauft, und Hauchwitz engagiert sich aktiv für seine Genossenschaft. 

Engen Kontakt zur Nachbarschaft knüpfte die Familie vor allem nach der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2011. Direkt hinter ihrem Wohnhaus lag ein Spielplatz. „Da haben wir viele Nachbarn kennengelernt“, erinnert sich Hauchwitz. 2015 wurden dann wieder Wählervertreter für die PWG gesucht. „Das wäre doch etwas für dich!“, rieten ihm die Nachbarn. Andreas Hauchwitz ist der Gemeinschaftssinn, die Verantwortung füreinander wichtig. „Ich verbinde mit Genossenschaft bestimmte Werte, wie Vertrauen, ein Miteinander. Ich bin auf dem Dorf großgeworden. Da kennt jeder jeden und man kümmert sich umeinander.“ 

Vor drei Jahren zog die Familie in eine größere Dachgeschosswohnung in der Behlertstraße. „Wir sind sehr zufrieden. Die zentrale Lage ist ideal, innerhalb von fünf Minuten erreicht man den öffentlichen Nahverkehr. Ein Auto brauchen wir nur noch selten.“  

Helfen aus Überzeugung

Im vergangenen Jahr trat Hauchwitz erneut als Wählervertreter an – seine dritte Amtszeit. Er kann sich vorstellen, es noch länger zu machen. „Bei Problemen der Mitglieder, wenn etwa das Wasser nicht läuft oder das Licht defekt ist, habe ich die Möglichkeit, noch mal nachzuhaken. Die beiden für meinen Bereich verantwortlichen Ansprechpartner bei der PWG sind Jana Helmchen und Vincent Horn. Sie sind beide sehr engagiert. Die Zusammenarbeit läuft sehr gut.“ 

Die Wählervertreter sind eine wichtige Schnittstelle zwischen den Mitgliedern, dem Aufsichtsrat und dem Vorstand der 1956. „Ich glaube, manche Mitglieder wissen gar nicht, was unsere Aufgaben sind und dass wir ihre Anliegen vertreten.“

Denn die gewählten Vertreterinnen und Vertreter nehmen die Interessen und Rechte der Mitglieder wahr. Bei der jährlichen Vertreterversammlungen können sie zum Beispiel per Abstimmung den Jahresabschluss genehmigen, über die Verwendung von Gewinnen entscheiden oder die Satzung ändern. Zudem wählen die Vertreterinnen und Vertreter den Aufsichtsrat. Sie haben also Mitsprache- und Mitbestimmungsmöglichkeiten bei wichtigen Entscheidungen die Genossenschaft betreffend und können etwa Probleme und wichtige Angelegenheiten aus ihrem Wahlkreis anbringen. 

Andreas Hauchwitz findet die Aufgabe wichtig. Daher zögerte der 53-Jährige auch nicht lange, als ihn im vorigen Jahr Jana Helmchen anrief. „Sie suchte noch jemanden für den Wahlvorstand. Ob das nicht auch etwas für mich wäre?“ Er habe nur kurz überlegen können. „Für mich war aber sofort klar, dass wenn meine Familie nichts dagegen hat, ich selbstverständlich zusage.“ Zusammen mit Kathrin Busse-Suppé vom Aufsichtsrat, Vorstandsmitglied Roman Poosch und anderen Freiwilligen hat Andreas Hauchwitz sich um die Organisation und den ordnungsgemäßen Ablauf der Vertreterwahlen im vergangenen Jahr gekümmert.

Wunsch nach mehr Gemeinschaft

Andreas Hauchwitz wünscht sich, dass mehr Mitglieder aktiv werden. Der Zusammenhalt sei weniger geworden. Viele neue Mieterinnen und Mieter suchen nur eine Wohnung und bleiben für sich. Dabei unterstützt die PWG gemeinschaftliche Aktivitäten, doch es braucht Menschen, die den ersten Schritt tun.

Früher gab es in der Charlottenstraße viele Nachbarschaftstreffen, Sommer- und Hoffeste – auch spontan. „Ein Nachbar brachte den Grill mit, ein anderer Würstchen – plötzlich standen 40 Leute zusammen.“ Die Organisation von größeren Veranstaltungen, wie den Sommerfesten, wurde von der PWG unterstützt. Sie habe etwa die Bierzeltgarnituren gestellt und die Kosten für Würstchen und Getränke übernommen. „Leider sind solche Dinge dann irgendwann eingeschlafen. Zum Teil wegen der Corona-Maßnahmen, aber auch weil sich die Mieterschaft verändert hat.“ Ältere Nachbarn sind verstorben, jüngere mit ihren Kindern umgezogen. Heute sei es so, dass man manche Nachbarn gar nicht mehr kenne. 

„Ich weiß, das ist nicht möglich. Aber manchmal würde ich mir wünschen, dass so ein paar Stunden genossenschaftliches Engagement pro Jahr verpflichtend wären.“ Hauchwitz mag das persönliche Gespräch. Die Menschen gehen dann anders miteinander um, wenn sie sich direkt begegnen, sagt er. Vor seinem Haus ergeben sich immer wieder Gelegenheiten für Gespräche mit den Nachbarn – oft ganz spontan auf der Eingangstreppe. Er wolle nun mit Nachbarn wieder kleinere Treffen veranstalten. „Vielleicht ergeben sich daraus dann wieder regelmäßige Zusammenkünfte.“

Andreas Hauchwitz zeigt, wie echter Gemeinschaftssinn funktioniert: mit offenem Ohr, helfenden Händen und der Überzeugung, dass Miteinander mehr wert ist als jede Wohnung.

Sarah Stoffers, 23.03.2026