"Genossenschaft ist immer ein Gemeinschaftswerk"
„Genossenschaft ist immer ein Gemeinschaftswerk“
Am 29. Juni trat die Vertreterversammlung der Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG im Potsdamer Kongresshotel zusammen.
Trotz der historisch hohen Temperaturen an den Tagen zuvor war das Klima im Tagungssaal erfrischend kühl – und einvernehmlich optimistisch. Zu verhandeln war das Geschäftsjahr 2025, das 70. der Genossenschaft.
Der Jahresabschluss der PWG 1956 zum 31.12.2025 und der Geschäfts- und Lagebericht 2025 waren die Grundlagen des Treffens. Beide Dokumente konnten seit dem 28. Mai vier Wochen lang in der Geschäftsstelle Zeppelinstraße 152 eingesehen werden. Außerdem hatten die Vertreterinnen und Vertreter Gelegenheit, sich in Vorbesprechungen mit den Inhalten der beiden wichtigen Unterlagen zu befassen, Fragen zu stellen und zusätzliche Informationen vom Vorstand zu erbitten. Diese Vorgespräche fanden zwischen dem 15. und 17. Juni auf Einladung des Vorstandes statt.
Arne Huhn, der Vorsitzende des Aufsichtsrates, eröffnete pünktlich die Veranstaltung. Er stellte die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest: Von 99 ordentlichen Vertretern waren 52 ins Kongresshotel gekommen, um über die Geschicke der Genossenschaft zu entscheiden. Mit dieser Feststellung und der Annahme der vorab zugestellten Tagesordnung konnten die Vertreterinnen und Vertreter an die Arbeit gehen.
Gesunde wirtschaftliche Entwicklung
Christoph Bänsch, kaufmännischer Vorstand der PWG 1956, gab den Vertreterinnen und Vertretern einen Überblick über die Entwicklung der Genossenschaft im vergangenen Geschäftsjahr. Sie zeigen: Die PWG ist wirtschaftlich solide aufgestellt und investiert kontinuierlich in ihre Wohnbestände. Positiv entwickelt haben sich die Eigenkapitalquote ebenso wie das Sparvolumen.
Ausführlich ging der Vorstand auf die Entwicklung der Betriebskosten ein. Er verwies auf den absehbaren Anstieg der kalten Betriebskosten. Insbesondere seien steigende Wasserkosten zu erwarten. Mit einem Anstieg der Kosten sei darüber hinaus bei allen Betriebskostenarten zu rechnen, bei denen die Erhöhung des Mindestlohnes durchschlägt.
8.000 Aufträge für Handwerk und Bau
Roman Poosch, technischer Vorstand der PWG 1956, informierte in seinem Berichtsteil unter anderem über die zahlreichen Bau-, Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen des vergangenen Jahres. Dazu gehört die Erneuerung von Spielplätzen im Schlaatz und in der Waldstadt I, die Instandsetzung von Treppenhäusern Am Schragen 41 und in der Karl-Liebknecht-Straße 40 sowie über den Austausch von Gasthermen durch elektrische Durchlauferhitzer in der Französischen Straße.
Insgesamt investierte die Genossenschaft im Jahr 2025 rund 5,2 Millionen Euro in die Instandhaltung ihres Wohnbestandes, so der technische Vorstand, der zugleich Sprecher des Vorstandes ist. Dazu wurden 2025 etwa 5.500 Aufträge an externe Firmen erteilt, dazu noch ca. 2.000 interne Handwerkeraufträge und ca. 500 Wartungsaufträge vergeben. Dabei geht es – neben großen Vorhaben – täglich um viele kleine Aufgaben und Arbeiten: Etwa 2.500 Aufträge hätten ein kleineres Auftragsvolumen als 250 Euro.
Zu den größeren Projekten gehört das Pilotprojekt „Wärmepumpen Sperberhorst 14-18“. Dieses Vorhaben ist technisch und baulich fertiggestellt: Wärmepumpen ergänzen hier die Fernwärme, was energieeffizient ist und den Energieverbrauch senkt. Dazu musste die Heizungsanlage umgebaut und technisch angepasst werden. Zusätzlich produziert eine PV-Anlage grünen Strom, der die Wärmepumpen oder Mieter- bzw. Hausstrom versorgen könnte. Allerdings habe man die Anlagen nicht in Betrieb nehmen können, da die Netzgesellschaft und der Energieversorger mit der Genehmigung zögere.
Kurz vor dem Start stehe indes die Inbetriebnahme der Mieterstromanlage Zeppelinstraße 152. Im 2. Halbjahr 2026 werde man den ersten Strom verkaufen. Im April hat die Umsetzung des Sanierungsvorhabens Auf dem Kiewitt 30 bis 33a mit der Strangsanierung begonnen. Die Sanierung der Fassade werde im August beginnen. Auch diese Baustelle trägt Pilotcharakter, da man hier eine serielle Sanierung erprobe.
Mit Blick auf die Zukunft berichtet Roman Poosch außerdem über das geplante Neubauprojekt in Krampnitz. Die Bau- und Planungslistungen wurden bereits ausgeschrieben. Wird die erwartete Förderzusage Anfang 2027 erteilt, könnten Mitte 2029 die ersten genossenschaftlichen fertiggestellt sein. In einem ersten Bauabschnitt würden 118 Wohnungen entstehen können.
Neben den baulichen Maßnahmen blickte der technische Vorstand auch auf das genossenschaftliche Miteinander zurück. Die erfolgreich durchgeführten Vertreterwahlen, die Wählervertreterschulung der neuen Vertreterinnen und Vertreter sowie Veranstaltungen wie die Frühjahrsputze, die Dampferfahrt mit neuen Mieterinnen und Mietern aus den letzten Neubauprojekten oder die vorweihnachtlichen Hofkonzerte mit mehr als 1.000 Besuchern zeigten einmal mehr, dass eine Genossenschaft weit mehr ist als nur Vermieterin.
Bericht des Aufsichtsrates
Nach dem Vorstand berichtete der Aufsichtsrat über seine Arbeit. Vorsitzender Arne Huhn trug vor, dass sich das ehrenamtliche Gremium im Berichtzeitraum siebenmal zusammengefunden hat. Die Aufgabe des Aufsichtsrates ist die Förderung und Überwachung der geschäftsführenden Arbeit des Vorstandes. Dabei geht es gar nicht um das tagtägliche Geschäft, das der Vorstand zu erledigen hat, sondern um wichtige und grundsätzliche Fragen. Großen Raum nahmen bei den Beratungen des Aufsichtsrates folgende Themen ein: der Bauplan 2025 und dessen Umsetzung, Analyse und Bewertung weiterer baulicher Entwicklungspotenziale und laufender Planungs- und Bauprojekte, Controlling der Bau- und Investitionsplanung 2025/2026 und sowie die Erreichung des geplanten Jahresergebnisses 2025. Der Finanz- und der Bauausschuss, die den Aufsichtsrat in seiner Arbeit unterstützen, führten ebenfalls mehrere Sitzungen durch. Zusammenfassend stellte der Aufsichtsrat zum Prüfungsergebnis und zum Geschäftsjahr 2025 fest, dass die Genossenschaft auch im vergangenen Jahr eine gute Entwicklung genommen hat. Herr Huhn dankte dem Vorstand und allen Mitarbeitenden der Genossenschaft für die gute Arbeit.
Jörn Stief überbrachte die Grüße des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, dem Prüfverband der Wohnungsgenossenschaften. Er trug die Ergebnisse der Prüfung des Jahresabschlusses vor und bewertete deren wirtschaftliche Lage sowie die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung. Sein Fazit: Die PWG 1956 erfüllt in allen wesentlichen Bereichen die Anforderungen an eine gut geführte Wohnungsgenossenschaft. Jörn Stief erteilte einen uneingeschränkten Prüfungsvermerk.
Beschlüsse und Wahlen
Nach dieser Folge konzentrierter Berichte räumte Arne Huhn den Anwesenden die Möglichkeit zu Fragen ein. Danach eröffnete er die Reihe der notwendigen Abstimmungen.
Der Geschäfts- und Lagebericht des Vorstandes für 2025 wurde einstimmig bestätigt, ebenso der Bericht des Aufsichtsrates. Danach beschlossen die Vertreter uneingeschränkt die Feststellung des Jahresabschlusses 2025. „Feststellung“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das höchste Gremium der Genossenschaft den Jahresabschluss als richtig anerkennt und für die Genossenschaft für verbindlich erklärt.
Da der Jahresabschluss einen Bilanzgewinn ausweist, wurde über dessen Verwendung entschieden.
Nachdem die Dokumente des Geschäftsjahres beschlossen und über die Verwendung der Mittel entschieden war, ging es nunmehr um die Personen, die für das gute Geschäftsergebnis und die gesunde wirtschaftliche Situation der Genossenschaft verantwortlich sind. Mit zwei Beschlüssen erteilten die Vertreterinnen und Vertreter dem Vorstand und dem Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2025 Entlastung. Damit bestätigten sie deren verantwortungsbewusstes Handeln im Interesse der Genossenschaft und sprachen den Gremien ihr Vertrauen für die geleistete Arbeit aus. Die Entlastung umfasste auch das ehemalige Vorstandsmitglied Matthias Pludra, der Ende 2025 in den Ruhestand verabschiedet wurde. Aufsichtsratsvorsitzender Herr Huhn würdigte die Arbeit des langjährigen Vorstandsmitgliedes der 1956 und dankte ihm, stellvertretend für die gesamte PWG, für die langjährige Tätigkeit in der Genossenschaft.
Gemeinschaft als Erfolgsfaktor
Am Ende der Versammlung waren drei Sitze im Aufsichtsrat neu zu besetzen. Entsprechend der Satzung der 1956 werden die Aufsichtsratsmitglieder von der Vertreterversammlung für drei Jahre gewählt. Zur Wiederwahl stellten sich Kathrin Busse-Suppé, Delia Kraaß und Steffen Linke. Alle drei erhielten von der Versammlung ein positives Votum.
Nach den zahlreichen Abstimmungen ergriff der Aufsichtsratsvorsitzende Arne Huhn noch einmal das Wort. „Es war ein abwechslungsreiches und intensives, aber auch erfolgreiches Jahr“, so der Vorsitzende. Die 1956 habe gezeigt, dass sie eine leistungsstarke Genossenschaft ist, die auch große Herausforderungen bewältigen kann. Arne Huhn erinnerte an die Stärke der Gemeinschaft: „Unser Erfolg gelingt nur, weil wir gemeinsam daran arbeiten. Genossenschaft ist immer ein Gemeinschaftswerk.“
Carsten Hagenau, 30. Juni 2026
Den von der Vertreterversammlung bestätigten Geschäftsbericht finden Sie hier:
Fotos © Lutz Langer