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Marita Kreideweiß steht lächelnd vor einer roten Backsteinfassade. Sie trägt einen hellrosa Blazer über einem schwarzen Kleid und blickt in die Kamera.
Marita Kreideweiß vor dem Servicebüro Potsdam Stadt © Lutz Langer

Die Waldstadt im Herzen

Marita Kreideweiß ist in der Waldstadt und mit der 1956 groß geworden. Als Vertreterin und Mitglied des Wahlvorstands engagiert sie sich heute für die Genossenschaft.

Zum Treffen mit der Redaktion kommt Marita Kreideweiß in die Potsdamer Innenstadt. Doch wer mit ihr über Zuhause spricht, landet schnell ein paar Kilometer weiter südlich. In der Waldstadt. „Die Waldstadt ist wie ein kleines Dorf für sich“, sagt Kreideweiß. Viele Menschen sind hier miteinander aufgewachsen, kennen sich seit Jahrzehnten und begegnen sich bis heute.

Für Marita Kreideweiß beginnt diese Geschichte 1990. Damals fand ihr Vater Arbeit bei der 1956, zunächst als Hausmeister, später als Hausverwalter. Mit der neuen Arbeit zog die Familie in die Bernhard-Kellermann-Straße. „Die Genossenschaft war damit eigentlich schon immer Bestandteil unseres Lebens und auch unserer Existenz.“

Hier wuchs sie auf und ging zur Schule. Als Erwachsene zog sie für einige Jahre an den Schlaatz, der 1956 blieb sie jedoch treu. Inzwischen ist sie zurück in der Waldstadt und lebt hier mit ihrem Mann und ihrem Hund. Auch Freunde von früher sind mit ihren Familien wieder in die Gegend gezogen.

Vom Mitglied zur Vertreterin

Den Anstoß, sich selbst zu engagieren, gab ihr Vater. Mitte 20 war Kreideweiß, als er ihr vorschlug, es einmal als Vertreterin zu versuchen. Vier Jahre könne sie sich das anschauen und danach entscheiden. Aus dem Versuch ist längst eine feste Aufgabe geworden. Seit mehreren Wahlperioden ist Marita Kreideweiß Vertreterin. Sie schätzt den Austausch, die Einblicke in aktuelle Vorhaben und die Möglichkeit, mitzugestalten.

Besonders gern mag sie den Frühjahrsputz. Wenn in ihrer „kleinen Insel“ alle vor den Häusern zusammenkommen und gemeinsam anpacken, wird für sie der Genossenschaftsgedanke unmittelbar spürbar. Auch ein sehr viel formellerer Termin gehört für Kreideweiß zu den Höhepunkten des Genossenschaftsjahres: die Vertreterversammlung. Sie mag die Mischung aus Information, Verantwortung und Mitwirkung. Hier erlebt Marita Kreideweiß ganz konkret, was genossenschaftliche Mitbestimmung bedeutet.

Verantwortung für die Wahl

Inzwischen engagiert sich Marita Kreideweiß auch im Wahlvorstand und hat die Vertreterwahl mit vorbereitet. Mindestens genauso wichtig ist ihr aber, dass auch andere mitmachen. Vier Menschen aus ihrer Nachbarschaft konnte Kreideweiß für die neue Wahlperiode als Vertreterinnen und Vertreter gewinnen. Dass Jüngere nachrücken, ist ihr wichtig. Fast wiederholt sich damit ihre eigene Geschichte: So wie ihr Vater sie einst ermunterte, es einfach auszuprobieren, hat sie nun selbst in ihrer Nachbarschaft die Werbetrommel gerührt.

Gemeinsam ins Digitale

Diese Rolle als Bindeglied bekommt gerade noch eine andere Bedeutung. Das neue Serviceportal „Meine 1956“ nutzt Kreideweiß bereits und findet den Aufbau übersichtlich. Praktisch sei etwa die E-Mail, die informiert, sobald im persönlichen Bereich etwas Neues hinterlegt wurde. Gleichzeitig erlebt sie, dass die Digitalisierung nicht für alle selbstverständlich ist. Gerade ältere Nachbarinnen und Nachbarn hätten teilweise Berührungsängste. Und so wird aus einem digitalen Angebot wieder eine ganz analoge Form von Genossenschaft. Marita Kreideweiß setzt sich mit Nachbarn zusammen und geht gemeinsam mit ihnen durch das Portal. In der Bernhard-Kellermann-Straße funktioniert dieses Miteinander seit Jahrzehnten. Man kennt sich, man hilft sich.

Martina Vogel, 11.09.2026